Prepaid ist eine feine Sache für Wenigtelefonierer und Sparfüchse, die sich ungern 24 Monate binden. Derzeit gibt es einige attraktive Angebote für Telefonie, die netzübergreifend bei 9 ct / Gesprächsminute liegen und für die Festnetzflatrates ab 9,99 EUR angeboten werden. Auch das Versenden von SMS ist mit 9 ct durchweg erheblich preisgünstiger als bei 24 Monats-Verträgen. Hierzu auch nachfolgende Tarifübersicht (Stand 23.6.2009):
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Nur mit den Datentarifen ist das so eine Sache und es lauern böse Kostenfallen! Hier vorab ein dringender Hinweis: Bei Verwendung eines iPhone mit einem Prepaidtarif sollten alle automatischen Synchronisationen abgeschaltet werden und nur durch manuell startbare Vorgänge ersetzt werden.
Gerade bei Verwendung eines iPhone ist die Kombination aus Preis / MB und abzurechnender Blockgröße ein nicht unerheblicher Hebel. Beim manuellen Abruf von Mails werden oft weniger als 100 kB übertragen. Je größer die abrechenbare Blockgröße, umso teurer wird also die Übertragung kleinteiliger Daten. Die Spanne der abrechenbaren Blockgrößen reicht hier von 10 kB bis 400 kB, ein paar Anbieter rechnen sogar nach Minuten im 60/60 Takt ab, so dass jedes Mailabfragen 9 ct kostet. Fragt man 3mal täglich Mails ab sind dies schon 27 ct / Tag oder 8,37 EUR monatlich. Dabei hat man noch nicht gesurft.
Dennoch können sich Prepaidangebote in Kombination mit einem “offenen” iPhone lohnen. Die nachfolgende Betrachtung orientiert sich an folgenden Rahmenbedingungen:
- Es wird 2 mal täglich 2 Minuten telefoniert
- 2 SMS pro Tag
- 3 mal täglich werden Mails mit jeweils 25 kB Datenvolumen abgerufen
- 2 mal täglich wird das Internet mit jeweils 250 kB abgerufen (z.B. fürs iPhone optimierte Nachrichtenseite)
- 1 mal täglich wird die Mailbox abgehört
Hierbei fallen laufende Kosten zwischen 553,54 EUR (günstigster Anbieter FONIC) und 1.130,88 EUR (teuerster Prepaidanbieter Callmobile) an, eine Preisspanne von mehr als 200 %! Der günstigste T-Mobile-Vertrag (Complete XS) kostet im gleichen Zeitraum 1.145,76 EUR, was ebenfalls doppelt so teuer ist wie der günstigste Prepaidanbieter.
Die jeweils günstigsten Anbieter nach Netzen:
D1: 598,92 EUR ja! Mobil easy
D2: 576,60 EUR Allmobil Einheitstarif
o2: 553,54 EUR Fonic Einheitstarif
E+: 691,92 EUR ALDI talk
Die laufenden Kosten sind also mit dem richtigen Prepaidtarif trotz Datennutzung erheblich geringer als bei T-Mobile.
Macht man eine TCO (Total Cost of Ownership) Berechnung und kalkuliert die Anschaffung eines iPhone 3GS 16 MB zu einem derzeitigen Straflenpreis von 575 EUR mit ein, relativiert sich der Prepaidvorteil. So zahlt man über 24 Monate beim preiswertesten Anbieter fonic fürs iPhone 1.128,54 EUR, bei T-Mobile sind es im Tarif Complete S wegen des subventionierten Kaufpreises 1.245,71 EUR. Damit ist der T-Mobile Vertrag monatlich “nur” 10 EUR teurer und man kann unbegrenzt mit dem iPhone surfen.
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Für wen lohnt sich also das iPhone mit Prepaid?
- Für diejenigen, die das iPhone nicht mehr nutzen als in o.g. Parametern genannt.
- Für diejenigen, die sich nicht für 24 Monate binden wollen.
- Für diejenigen, die das iPhone günstiger erhalten als zum derzeitigen Straßenpreis (z.B. dürfte es gut erhaltene, offene 3G Geräte derzeit für unter 300 EUR geben).
Fazit:
Der Prepaidbereich entdeckt gerade das Thema mobiles Surfen für sich. Erste Datenflatrates sind zwar vorhanden, aber derzeit eher auf Nutzer von UMTS Sticks am Notebook ausgelegt. Sobald sich hier etwas bewegt, werden wir berichten. Die Redaktion bleibt knallhart dran!
Mein Dank für diesen ersten Gast-Beitrag geht an dieser Stelle an “Oppa“.